Papierschoepfen Zeitung

Ihr braucht:

Für den Schöpfrahmen:
220 cm Holzleiste (2 cm breit, 1 cm dick), eine Säge, acht Eckwinkel aus Metall, etwa 50 kleine Holzschrauben (höchstens 1,2 cm lang), Fliegengitter aus Aluminium (etwa 30 mal 40 cm), Schraubenzieher, Schere

Zum Schöpfen:
alte Zeitung, einen großen Topf, Suppenkelle, Schneebesen, Sieb, Küchenmaschine, eine Schüssel oder Wanne (mindestens 30 mal 40 cm), Wasser, mehrere Vliestücher (etwa 30 mal 40 cm), einen Schwamm oder ein altes Geschirrtuch, Nudelholz, Wäscheleine, Bügeleisen und Bügelbrett, ein Tütchen Gelatine, einen Pinsel

und viel Platz in der Küche!

1.Schritt

Als Erstes bereitet ihr die »Pulpe« vor. So heißt der Faserbrei, aus dem später das Papier entsteht. Zerreißt ein paar Zeitungsseiten zu passbildgroßen Schnipseln und werft sie in den Topf. Füllt reichlich Wasser hinzu und bringt das Ganze auf dem Herd zum Kochen. Zwei Stunden soll die Pampe brodeln. Zwischendurch könnt ihr sie immer mal sieben und neues Wasser hinzugeben – auf diese Weise wascht ihr einiges an Druckerschwärze aus dem Brei.

2.Schritt

Die Zwischenzeit könnt ihr nutzen, den Schöpfrahmen zu bauen! Sägt die Holzleiste in acht Stücke: vier mit 30 cm Länge und vier mit 25 cm. Je zwei kürzere und zwei längere setzt ihr zu einem Rechteck zusammen. Verbindet die Rahmenstücke an den Ecken mithilfe der Winkel und Schrauben. Einen der beiden fertigen Rahmen müsst ihr mit dem Gitter bespannen. Das befestigt ihr ebenfalls mit Schrauben, drei Stück auf jeder Seite. Was an Gitter übersteht, wird abgeschnitten.

3.Schritt

Nach zwei Stunden könnt ihr den Zeitungsbrei weiterverarbeiten. Püriert die »Pulpe« portionsweise in der Küchenmaschine, bis aus den bedruckten Fetzen ein cremiger Brei geworden ist. Den kippt ihr in die große Schüssel oder Wanne. Rührt so viel Wasser hinein, dass sich das Ganze in etwa anfühlt wie Buttermilch.

4.Schritt

Nehmt den bespannten Rahmen und haltet ihn so, dass die Seite mit dem Gitter nach oben weist. Legt den anderen darauf. Dann taucht ihr das Ganze senkrecht in die graue Brühe, dreht die Rahmen unter Wasser in die Waagerechte und hebt sie in dieser Position langsam an. In dem Gitter bleibt dabei etwas »Pulpe« hängen. Legt die Holzteile über dem Wannenrand ab, sodass möglichst viel Wasser ablaufen kann.

5.Schritt

Währenddessen breitet ihr auf einer ausreichend großen Fläche eines der Vliestücher aus und legt ein zweites bereit. Tropft es nach einigen Minuten kaum noch aus dem Gitter, nehmt ihr den oberen Rahmen ab und stürzt den unteren so auf das Vlies, dass die Seite mit dem Papierbrei unten liegt.

6.Schritt

Nun müsst ihr das Gitter sanft von oben abtupfen und danach vorsichtig den Rahmen anheben, wobei die »Pulpe« auf dem Stofftuch bleiben soll. Breitet das zweite Tuch darüber und presst per Nudelholz das restliche Wasser heraus.

Achtung: Da kommt mehr, als man denkt! Haltet einen Lappen bereit, mit dem ihr das überschüssige Nass wegwischen könnt!

7.Schritt

Schließlich hebt ihr das obere Vlies vorsichtig wieder ab. Das untere Tuch mit dem noch feuchten Blatt hängt ihr zum Trocknen auf die Leine. Für den nächsten Bogen geht es wieder los bei Schritt 4 – so lange, bis die »Pulpe« zu dünnflüssig wird und nicht mehr genügend im Gitter hängen bleibt.

8.Schritt

Wenn die Papiere auf der Leine etwas getrocknet sind, könnt ihr sie vorsichtig vom Tuch lösen. Damit sie sich später besser beschreiben lassen, gibt es zwei Tricks: Entweder bügelt ihr die fertigen Blätter oder ihr rührt etwas Gelatine an und bestreicht das Papier damit dünn. Natürlich könnt ihr auch beides machen! Oder noch ganz andere Sachen: Wem das Altpapiergrau zu langweilig ist, kann die »Pulpe« mit Farben aus dem Tuschkasten tönen. Ihr könnt auch Kaffeesatz, Gewürze oder sogar Spargelschalen in den Brei rühren. Die Fantasie des Papierschöpfers kennt kaum Grenzen!