Hintergründe

DerGelbe Sack – 2-wöchentliche Abfuhr von Leichtverpackungen ab 01.01.2021

Am 13. März 2019 hat sich der Kreistag des Hohenlohekreises dafür entschieden, die Sammelsysteme für Altpapier und Leichtverpackungen wieder zu trennen.

Die Gründe waren neue rechtliche Vorgaben durch das am 01.01.2019 in Kraft getretene Verpackungsgesetz (VerpackG) sowie vergaberechtliche Vorschriften und wirtschaftliche Gründe. Das bestehende Sammelsystem (Doppelnutzung der grünen Altpapiertonnen) muss daher aufgegeben werden.

In Folge der Trennung der Sammelsysteme haben sich die für die Verpackungssammlung verantwortlichen Dualen Systeme entschieden, die Verpackungsabfälle im Hohenlohekreis ab 2021 mit dem Gelben Sack zu sammeln. Die Erfassung und Verwertung von Leichtverpackungen (LVP) ist nach dem Verpackungsrecht privatrechtlich organisiert – die Verbraucher zahlen bereits mit dem Kaufpreis die Entsorgungskosten. Insofern entscheiden die Dualen Systeme auch über das Sammelsystem und müssen sich lediglich mit den Kommunen abstimmen.

Die Dualen Systeme haben für den Hohenlohekreis eine flächendeckende Sammlung mit dem Gelben Sack ab 2021 vorgesehen. Die Säcke werden alle zwei Wochen abgeholt und das Volumen ist nicht begrenzt. Jeder Haushalt bekommt für seine Verpackungsabfälle eine ausreichende Anzahl Gelber Säcke zur Verfügung gestellt. Zusätzliche Kosten fallen hierbei weder für den Landkreis noch den Gebührenzahler an. Der Kreistag hat am 13.03.2019 daher einer Verpackungssammlung mit dem Gelben Sack im zweiwöchentlichen Rhythmus zugestimmt.

Datei Handlungsoptionen für den Kreistagsbeschluss am 13.03.2019

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FAQ Gelber Sack

Warum wird der Gelbe Sack eingeführt?

Im Gelben Sack werden Leichtverpackungen gesammelt. Zuständig für die Erfassung und damit für das Sammelsystem und die Verwertung von Leichtverpackungen sind die Dualen Systeme.

Das zum 01.01.2019 in Kraft getretene Verpackungsgesetz verpflichtet zu neuen Abstimmungsvereinbarungen zwischen den Dualen Systemen und den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern und verlangt höhere Recyclingquoten. Diese Quoten können mit der Grünen Tonne im Hohenlohekreis nicht erreicht werden, weil sich in dieser Tonne viel Fremdmüll „verstecken“ kann. Die Fremdstoffquote in der Grünen Tonne im HOK ist überdurchschnittlich hoch.

Die Dualen Systeme bestehen deshalb auf den „Gelben Sack“ im Hohenlohekreis.

(Duale Systeme siehe letzter Punkt)

Warum der Gelbe Sack und nicht die Gelbe Tonne?

In 25 von 35 Landkreisen und in 7 von 9 Stadtkreisen in Baden Württemberg werden durch die Dualen Systeme Leichtverpackungen im Gelben Sack gesammelt. Der Gelbe Sack hat sich bewährt und es hat sich gezeigt, dass die Recyclingquote bei dieser Sammlung am höchsten ist. Da das Verpackungsgesetz seit diesem Jahr die höheren Quoten verlangt, haben die Dualen Systeme auch für den Hohenlohekreis auf den Gelben Sack bestanden. In den Innenstadtgebieten im Hohenlohekreis wird teilweise immer noch (seit Mitte 2002) der Gelbe Sack genutzt und gut angenommen.

Es gibt die Möglichkeit, durch einen Verwaltungsakt eine gelbe Tonne gegen den Willen der Dualen Systeme einzuführen. Diese Lösung umfasst grundsätzlich nur private Haushaltungen, für andere Anfallstellen (Gaststätten, Hotels, Verwaltungen, Krankenhäuser, karitative Einrichtungen, Freiberufler, Handwerksbetriebe, landwirtschaftliche Betriebe u.ä.) müssen trotzdem gelbe Säcke zur Erfassung eingeführt werden. Außerdem haben die Dualen Systeme bereits angekündigt, gerichtlich gegen einen solchen Verwaltungsakt vorzugehen.

Warum gibt es im Hohenlohekreis künftig keine „kommunale Wertstofftonne“?

Im Gegensatz zur Grünen Tonne dürfen in eine sogenannte „kommunale Wertstofftonne“ neben Verpackungsabfällen auch Wertstoffe jeglicher Art (Bsp. alte Pfannen, Plastikspielzeug, etc.). Die Einführung einer „kommunalen Wertstofftonne“ macht für den Hohenlohekreis aktuell weder ökonomisch noch ökologisch Sinn. Die Sammlung mit einer „kommunalen Wertstofftonne“ wäre zum größten Teil über die allgemeinen Abfallgebühren zu finanzieren. Dies hätte eine deutliche Erhöhung der Abfallgebühren zur Folge. Ökologisch ist der Einsatz einer „kommunaler Wertstofftonne derzeit zumindest noch fraglich. Der Markt für Recyclingprodukte, insbesondere für Recyclingkunststoffe, befindet sich noch im Aufbau. Absatzmöglichkeiten für die gesammelten Wertstoffe existieren kaum. Im Zweifel landen dann die gesammelten Wertstoffe in der Verbrennung. Dies kann (und wird) in wenigen Jahren möglicherweise ganz anders sein. Dann hat der Hohenlohekreis mit dem Gelben Sack den großen Vorteil, schnell umstellen zu können.

Denn: Der Gelbe Sack bedarf keinerlei Investitionen und kann unkompliziert eingeführt und gegebenenfalls genau so unkompliziert wieder abgeschafft werden.

Künftig wird der Gelbe Sack alle zwei Wochen abgefahren. Aber es ist gleichzeitig von einer Kostenersparnis die Rede?

Die „Doppelnutzung“ der Grünen Tonne für Altpapier und Verpackungsabfall ist nicht wirtschaftlich. Die Grünen Tonnen müssen von der Abfallwirtschaft angemietet werden. So können keine Einnahmen für Altpapier erzielt werden. Es ist davon auszugehen, dass künftig die Abfallwirtschaft auch die Kosten für die Entsorgung der Fremdstoffe, die in der Grünen Tonne „versteckt“ sind, tragen muss. Dies müsste dann aus den allgemeinen Abfallgebühren finanziert werden.

Wie viele Säcke kann ich zur Abholung bereitstellen?

Um Lagerzeiten im Haushalt zu vermeiden, hat die Abfallwirtschaft mit den Dualen Systemen die 14-tägliche Abfuhr ohne Mengenbegrenzung vereinbart. An erster Stelle steht jedoch immer die Abfallvermeidung. Am besten sind Verpackungen, die gar nicht erst anfallen. Der beste Weg ist deshalb, beim Einkauf soweit möglich auf Verpackungen zu verzichten.

Das Einsparen von Plastiktüten ist in aller Munde. Ist es nicht kontraproduktiv, nun Plastikverpackungen mit einer Plastiktüte, also dem Gelben Sack, zu sammeln?

Bei den „typischen“ Plastiktüten handelt es sich um Einwegtüten mit einem Gewicht von durchschnittlich 30 Gramm. Ihre durchschnittliche Nutzungsdauer beträgt 25 Minuten, und sie muss der Restmüllverbrennung zugeführt werden, da es sich nicht um eine Verpackung handelt. Der Gelbe Sack dagegen wiegt 17 Gramm und wird mitsamt den Leichtverpackungen wiederverwertet. Der Gelbe Sack ist ressourcenschonend und wird dem Kreislauf wieder zugeführt. Sie werden gehäckselt, gewaschen und getrocknet. Aus dem Granulat lassen sich neue Folien ziehen und so können beispielsweise wieder neue Gelbe Säcke hergestellt werden.

Oft werden Leichtverpackungen im Haushalt in einer Abfalltüte gesammelt, bevor sie in die Grüne Tonne geworfen wurden. Diese Plastiktüte kann man nun einsparen.

Was passiert mit den Grünen Tonnen?

In der grünen Altpapiertonne wird im Hohenlohekreis das Altpapier gesammelt. Mit einer Größe von 240 L kann darin das Altpapier alle 4 Wochen zur Abfuhr bereitgestellt werden. Für die Altpapiertonne fällt keine zusätzliche Gebühr an. Die Abgabe der Altpapiertonne ist auch weiterhin auf den Recyclinghöfen möglich.

Weitere Informationen zur Altpapiertonne finden Sie hier!

Wo soll ich die Gelben Säcke lagern?

Eine Lagerung ist nur bedingt erforderlich. Achten Sie beim Einkauf auf das Einsparen von Verpackungen. Viele Umverpackungen können Sie bereits im Einkaufscenter entsorgen. Durch die 2-wöchentliche Abfuhr fallen bei einem durchschnittlichen 4-Personen Haushalt nach Hochrechnungen ca. 1,5 Gelbe Säcke an. Der Gelbe Sack kann unkompliziert in einem Mülleimer oder Sackständer aufgestellt werden.

Was passiert wenn die Gelben Säcke bei starkem Wind verweht werden?

Die Säcke sollen möglichst erst am Abfuhrtag bereitgestellt werden. Bei Ankündigung eines Sturms besteht auch die Möglichkeit, die Bereitstellung bis zur nächsten Leerung in 14 Tagen zu verschieben. Das ist ein entscheidender Vorteil der 2-wöchentlichen Leerung. Die Säcke können auch z.B. mit einem Pflasterstein beschwert oder, wenn vorhanden, an einem Zaun befestigt werden.

Was wird aus den unterschiedlichen Abfällen?

Die Recyclingfähigkeit und die Einsatzmöglichkeiten der wiederverwerteten Abfälle hängen vom Ausgangsmaterial ab:

  • Metalle wie Aluminium und Weißblech werden eingeschmolzen und zu neuen Aluminium- oder Weißblechdosen verarbeitet. Sekundärrohstoffe aus Metall finden sich aber auch in Karosserien, Kühlschränken und anderen Stahlerzeugnissen wieder.
  • Altglas wird in der Glashütte zu neuem Behälterglas geschmolzen und geformt.
  • Papierverpackungen, wie Brötchentüten, Keksschachteln und Kartons im Altpapier, dienen als Rohstoffquelle bei der Herstellung von neuen Papiererzeugnissen, also zum Beispiel Zeitungspapier und Transportkartons.
  • Die größten Fortschritte hat das Kunststoffrecycling in den vergangenen beiden Dekaden erlebt. Kunststoffgranulat aus gebrauchten Kunststoff-verpackungen wird heute schon in vielen Produktionsbetrieben eingesetzt und etwa zu Fensterrahmen, Abflussrohren, Spielzeug, Autoteilen und vielem mehr weiterverarbeitet. Dieser Innovationstrend muss sich noch weiter fortsetzen, positiv wirken sich da auch die steigenden Rohölpreise aus, die den Einsatz von recyceltem Kunststoff wirtschaftlich zunehmend interessanter machen.
Wer ist zuständig für die Entsorgung und Verwertung von Leichtverpackungen?

Zuständig sind die sog. Dualen Systeme. Die dualen Systeme in Deutschland sind bundesweite Entsorgungssysteme, die die Sammlung, Sortierung und Verwertung von gebrauchten Verkaufsverpackungen organisieren. Dahinter stehen aktuell acht privatwirtschaftlich organisierte Anbieter aus der Entsorgungs- und Recyclingbranche. Grundlage für die dualen Systeme in Deutschland ist die Verpackungsverordnung. Ein Duales System ist zum Beispiel der Grüne Punkt.