FAQs: Sammlung von Leichtverpackungen (LVP) und Altpapier (PPK) ab 01.01.2021

1) Warum wird der Gelbe Sack eingeführt?

Im Gelben Sack werden Leichtverpackungen gesammelt. Zuständig für die Erfassung und damit für das Sammelsystem und die Verwertung von Leichtverpackungen sind die Dualen Systeme.

Das zum 01.01.2019 in Kraft getretene Verpackungsgesetz verpflichtet zu neuen Abstimmungsvereinbarungen zwischen den Dualen Systemen und den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern und verlangt höhere Recyclingquoten. Diese Quoten können mit der Grünen Tonne im Hohenlohekreis nicht erreicht werden, weil sich in dieser Tonne viel Fremdmüll „verstecken“ kann. Die Fremdstoffquote in der Grünen Tonne im HOK ist überdurchschnittlich hoch.

Die Dualen Systeme bestehen deshalb auf den „Gelben Sack“ im Hohenlohekreis.

(Duale Systeme siehe auch Punkt 11)

 

2) Warum der Gelbe Sack und nicht die Gelbe Tonne?

In 25 von 35 Landkreisen und in 7 von 9 Stadtkreisen in Baden Württemberg werden durch die Dualen Systeme Leichtverpackungen im Gelben Sack gesammelt. Der Gelbe Sack hat sich bewährt und es hat sich gezeigt, dass die Recyclingquote bei dieser Sammlung am höchsten ist. Da das Verpackungsgesetz seit diesem Jahr die höheren Quoten verlangt, haben die Dualen Systeme auch für den Hohenlohekreis auf den Gelben Sack bestanden. In den Innenstadtgebieten im Hohenlohekreis wird teilweise immer noch (seit Mitte 2002) der Gelbe Sack genutzt und gut angenommen.

Es gibt die Möglichkeit, durch einen Verwaltungsakt eine gelbe Tonne gegen den Willen der Dualen Systeme einzuführen. Diese Lösung umfasst grundsätzlich nur private Haushaltungen, für andere Anfallstellen (Gaststätten, Hotels, Verwaltungen, Krankenhäuser, karitative Einrichtungen, Freiberufler, Handwerksbetriebe, landwirtschaftliche Betriebe u.ä.) müssen trotzdem gelbe Säcke zur Erfassung eingeführt werden. Außerdem haben die Dualen Systeme bereits angekündigt, gerichtlich gegen einen solchen Verwaltungsakt vorzugehen.

3) Warum gibt es im Hohenlohekreis künftig keine „kommunale Wertstofftonne“?

Im Gegensatz zur Grünen Tonne dürfen in eine sogenannte „kommunale Wertstofftonne“ neben Verpackungsabfällen auch Wertstoffe jeglicher Art (Bsp. alte Pfannen, Plastikspielzeug, etc.). Die Einführung einer „kommunalen Wertstofftonne“ macht für den Hohenlohekreis aktuell weder ökonomisch noch ökologisch Sinn. Die Sammlung mit einer „kommunalen Wertstofftonne“ wäre zum größten Teil über die allgemeinen Abfallgebühren zu finanzieren. Dies hätte eine deutliche Erhöhung der Abfallgebühren zur Folge. Ökologisch ist der Einsatz einer „kommunaler Wertstofftonne derzeit zumindest noch fraglich. Der Markt für Recyclingprodukte, insbesondere für Recyclingkunststoffe, befindet sich noch im Aufbau. Absatzmöglichkeiten für die gesammelten Wertstoffe existieren kaum. Im Zweifel landen dann die gesammelten Wertstoffe in der Verbrennung. Dies kann (und wird) in wenigen Jahren möglicherweise ganz anders sein. Dann hat der Hohenlohekreis mit dem Gelben Sack den großen Vorteil, schnell umstellen zu können.

Denn: Der Gelbe Sack bedarf keinerlei Investitionen und kann unkompliziert eingeführt und gegebenenfalls genau so unkompliziert wieder abgeschafft werden.

4) Künftig wird der Gelbe Sack alle zwei Wochen abgefahren. Aber es ist gleichzeitig von einer Kostenersparnis die Rede?

Die „Doppelnutzung“ der Grünen Tonne für Altpapier und Verpackungsabfall ist nicht wirtschaftlich. Die Grünen Tonnen müssen von der Abfallwirtschaft angemietet werden. So können keine Einnahmen für Altpapier erzielt werden. Es ist davon auszugehen, dass künftig die Abfallwirtschaft auch die Kosten für die Entsorgung der Fremdstoffe, die in der Grünen Tonne „versteckt“ sind, tragen muss. Dies müsste dann aus den allgemeinen Abfallgebühren finanziert werden.

5) Wie viele Säcke kann ich zur Abholung bereitstellen?

Um Lagerzeiten im Haushalt zu vermeiden, hat die Abfallwirtschaft mit den Dualen Systemen die 14-tägliche Abfuhr ohne Mengenbegrenzung vereinbart. An erster Stelle steht jedoch immer die Abfallvermeidung. Am besten sind Verpackungen, die gar nicht erst anfallen. Der beste Weg ist deshalb, beim Einkauf soweit möglich auf Verpackungen zu verzichten.

6) Das Einsparen von Plastiktüten ist in aller Munde. Ist es nicht kontraproduktiv, nun Plastikverpackungen mit einer Plastiktüte, also dem Gelben Sack, zu sammeln?

Bei den „typischen“ Plastiktüten handelt es sich um Einwegtüten mit einem Gewicht von durchschnittlich 30 Gramm. Ihre durchschnittliche Nutzungsdauer beträgt 25 Minuten, und sie muss der Restmüllverbrennung zugeführt werden, da es sich nicht um eine Verpackung handelt. Der Gelbe Sack dagegen wiegt 17 Gramm und wird mitsamt den Leichtverpackungen wiederverwertet. Der Gelbe Sack ist ressourcenschonend und wird dem Kreislauf wieder zugeführt. Sie werden gehäckselt, gewaschen und getrocknet. Aus dem Granulat lassen sich neue Folien ziehen und so können beispielsweise wieder neue Gelbe Säcke hergestellt werden.

Oft werden Leichtverpackungen im Haushalt in einer Abfalltüte gesammelt, bevor sie in die Grüne Tonne geworfen wurden. Diese Plastiktüte kann man nun einsparen.

7) Was passiert mit den Grünen Tonnen?

Hierzu kann noch keine Aussage getroffen werden. Die Sammlung und Abfuhr von Altpapier wird ebenfalls zum 01.01.2021 neu ausgeschrieben.

In jedem Fall wird das bequeme Holsystem mit Sammlung in der Tonne und 4-wöchentlicher Abholung beibehalten. Die Bürger werden rechtzeitig und umfassend informiert. Das Ziel der Abfallwirtschaft ist allerdings die Übernahme der gebrauchten Grünen Tonnen zu einem fairen Preis.

8) Wo soll ich die Gelben Säcke lagern?

Eine Lagerung ist nur bedingt erforderlich. Achten Sie beim Einkauf auf das Einsparen von Verpackungen. Viele Umverpackungen können Sie bereits im Einkaufscenter entsorgen. Durch die 2-wöchentliche Abfuhr fallen bei einem durchschnittlichen 4-Personen Haushalt nach Hochrechnungen ca. 1,5 Gelbe Säcke an. Der Gelbe Sack kann unkompliziert in einem Mülleimer oder Sackständer aufgestellt werden.

9) Was passiert wenn die Gelben Säcke bei starkem Wind verweht werden?

Die Säcke sollen möglichst erst am Abfuhrtag bereitgestellt werden. Bei Ankündigung eines Sturms besteht auch die Möglichkeit, die Bereitstellung bis zur nächsten Leerung in 14 Tagen zu verschieben. Das ist ein entscheidender Vorteil der 2-wöchentlichen Leerung. Die Säcke können auch z.B. mit einem Pflasterstein beschwert oder, wenn vorhanden, an einem Zaun befestigt werden.

10) Was wird aus den unterschiedlichen Abfällen?

Die Recyclingfähigkeit und die Einsatzmöglichkeiten der wiederverwerteten Abfälle hängen vom Ausgangsmaterial ab:

  • Metalle wie Aluminium und Weißblech werden eingeschmolzen und zu neuen Aluminium- oder Weißblechdosen verarbeitet. Sekundärrohstoffe aus Metall finden sich aber auch in Karosserien, Kühlschränken und anderen Stahlerzeugnissen wieder.
  • Altglas wird in der Glashütte zu neuem Behälterglas geschmolzen und geformt.
  • Papierverpackungen, wie Brötchentüten, Keksschachteln und Kartons im Altpapier, dienen als Rohstoffquelle bei der Herstellung von neuen Papiererzeugnissen, also zum Beispiel Zeitungspapier und Transportkartons.
  • Die größten Fortschritte hat das Kunststoffrecycling in den vergangenen beiden Dekaden erlebt. Kunststoffgranulat aus gebrauchten Kunststoff-verpackungen wird heute schon in vielen Produktionsbetrieben eingesetzt und etwa zu Fensterrahmen, Abflussrohren, Spielzeug, Autoteilen und vielem mehr weiterverarbeitet. Dieser Innovationstrend muss sich noch weiter fortsetzen, positiv wirken sich da auch die steigenden Rohölpreise aus, die den Einsatz von recyceltem Kunststoff wirtschaftlich zunehmend interessanter machen.

11) Wer ist zuständig für die Entsorgung und Verwertung von Leichtverpackungen?

Zuständig sind die sog. Dualen Systeme. Die dualen Systeme in Deutschland sind bundesweite Entsorgungssysteme, die die Sammlung, Sortierung und Verwertung von gebrauchten Verkaufsverpackungen organisieren. Dahinter stehen aktuell acht privatwirtschaftlich organisierte Anbieter aus der Entsorgungs- und Recyclingbranche. Grundlage für die dualen Systeme in Deutschland ist die Verpackungsverordnung. Ein Duales System ist zum Beispiel der Grüne Punkt.

 

Die Dualen Systeme in Deutschland

Die Dualen Systeme haben eine sog. gemeinsame Stelle eingerichtet (Entscheidungsgremium), um die Verhandlungen mit aktuell acht Partnern zu erleichtern.

Hier wird jeweils ein Duales System als Ansprechpartner für die jeweiligen Gebiete festgelegt.

 

Ansprechpartner im Hohenlohekreis sind

  • für die Leichtverpackungen der Grüne Punkt GmbH,
  • für Glas die BellandVision GmbH.

Mit diesen legt die AWH die Inhalte der Abstimmungsvereinbarung (u.a. Sammelgefäß, Abfuhrrhythmus) fest.

11.1) Gemeinsamer Vertreter

In einem Gebiet mit mehreren Dualen Systemen sind die Systembetreiber verpflichtet, einen gemeinsamen Vertreter zu benennen. Dieser Vertreter führt mit dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger die Verhandlungen über den erstmaligen Abschluss sowie Änderungen der Abstimmungsvereinbarung. Der Abschluss und die Änderungen bedürfen der Zustimmung des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers sowie von mindestens zwei Dritteln der an der Abstimmungsvereinbarung beteiligten Systeme. Wird ein System in einem Gebiet eingerichtet, in dem bereits eine Abstimmungsvereinbarung besteht, hat sich das System der vorhandenen Abstimmungsvereinbarung zu unterwerfen.

12) Wie finanzieren sich die Dualen Systeme?

Mit dem Kauf einer Verpackung, z.B. ein Joghurtbecher, bezahlen die Verbraucher die Entsorgung bereits mit. In Deutschland gilt das Prinzip der Produktverantwortung. Das heißt, dass jeder, der verpackte Produkte auf den Markt bringt, die typischerweise von privaten Endverbrauchern entsorgt werden, für die Sammlung, Sortierung und Verwertung dieser verantwortlich ist. Diese Verpflichtungen erfüllen die Hersteller und Händler über die dualen Systeme, in dem sie sogenannte Lizenzentgelte entrichten.

Kreislauf

 

13) Handlungsoptionen Für den Kreistagsbeschluss am 13. März 2019

Handlungsoptionen Kreistag