Modern und bürgerfreundlich

Im Hohenlohekreis werden Maßstäbe für Grüngutplätze in ganz Baden-Württemberg gesetzt – Umwelt-Staatssekretär Dr. Andre Baumann lobt den neuen Grüngutplatz bei Öhringen-Michelbach

 

Öhringen-Michelbach: Mit dem neuen Grüngutplatz bei Öhringen-Michelbach setzt die Abfallwirtschaft Hohenlohekreis Maßstäbe. Der Platz ist seit Januar in Betrieb, hochmodern und bürgerfreundlich. Selbstverständlich erfüllt er alle Auflagen, die heute von einer Grüngutsammelstelle gefordert werden. Davon konnte sich am vergangen Donnerstag auch der Staatssekretär des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, Dr. Andre Baumann, ein Bild machen.

„Wir haben in Baden-Württemberg über 800 Grüngutplätze, viele davon erfüllen nicht mehr die rechtlichen Voraussetzungen und müssen deshalb saniert werden“, so Dr. Baumann. Daher schaue man mit großem Interesse auf den Hohenlohekreis, der bei dem Thema schon relativ weit sei. „Es freut uns, dass es hier gelungen ist, die Themen Bürgerfreundlichkeit und Genehmigungsrecht zusammenzubringen“.

„Einer der großen Vorteile des neuen Platzes ist die asphaltierte Fläche“, erklärt der zuständige Bereichsleiter der Abfallwirtschaft Michael Freiberg. So werden die Fahrzeuge bei der Anlieferung nicht verschmutzt, wie es teilweise bei anderen Plätzen noch der Fall sei. Außerdem können die Bürgerinnen und Bürger zu kundenfreundlichen Öffnungszeiten ihr Reisig und Grüngut komfortabel abgeben. Ein weiterer Service der Abfallwirtschaft ist kompetentes Fachpersonal vor Ort, das bei der Anlieferung hilft und unterstützt. „Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Öffnungszeiten sehr gut angenommen werden, wenn ein sauberer Platz und kompetente Beratung gewährleistet ist“, unterstreicht Freiberg.

Wichtig ist aus Sicht der Abfallwirtschaft auch, dass es auf dem neuen Platz möglich ist, die Sammelqualität beim Grüngut zu steigern. So gibt es beispielsweise auch überdachte Fahrsilos für das Häckselgut und extra Bereiche für die Aufbereitung von Grüngut. Grüngut und Reisig werden unterschiedlich verwertet. Deshalb muss beides bei der Annahme strikt getrennt werden. Das angelieferte Reisig wird beispielsweise zu Holzhackschnitzeln weiterverarbeitet, mit denen dann in Heizkraftwerken erneuerbarer Strom und Wärme gewonnen wird. Aus dem Grün- und Heckenschnitt entstehen wertvolle Komposte und Erden. Die Erden kommen beispielsweise auf der Bundesgartenschau in Heilbronn zum Einsatz, so schließt sich der regionale Kreislauf.

Das Ziel sei auch, dass das vor Ort aufbereitete und behandelte Material wieder von der Landwirtschaft im Kreis als Bodenverbesserer zum Humusaufbau genutzt werden könne, betont Landrat Dr. Matthias Neth. „Die seit Jahrzenten gewachsene Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Landwirtschaft soll mit einer neuen Generation von Grüngutplätzen auch auf neue Beine gestellt werden.“ Die Kooperation mit Landwirten zeichnet sich auf dem Grüngutplatz bei Öhringen-Michelbach auch durch die Zusammenarbeit mit dem Maschinenring Hohenlohekreis aus. Die Verwertung des Materials wird mit mobilen Schredderanlagen durch den Maschinenring durchgeführt. „Wir sparen uns so Transportwege und sind flexibler“, erklärt der Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Sebastian Damm.

„Ein tolles und gelungenes Projekt“, lobte Staatssekretär Baumann nach der Besichtigung den neuen Platz. Mit Investitionen wie in diesem Grüngutplatz trage der Hohenlohekreis auch zum Klimaschutz bei, da mit dem gesammelten Grüngut Komposte und Erden entstehen und so dem Torfabbau in Osteuropa entgegengewirkt werden könne. Beim Abbau von Torf werden jahrtausendalte Moore trockengelegt. Dabei werden wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen zerstört, was zum Verlust der Artenvielfalt führt. Ein weiterer schädlicher Faktor ist die enorme Menge an Klimagasen, die beim Torfabbau freigesetzt werden. Umso wichtiger ist die Verwertung des Grünguts zu torffreien Erden, made in Hohenlohe.

Auf dem neuen Grüngutplatz bei Öhringen-Michelbach wird rund ein Viertel der Grüngutmenge des Hohenlohekreises angeliefert. Der Platz hat vier Mal die Woche für mehrere Stunden geöffnet und wird von Personal betreut.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Abfallwirtschaft www.abfallwirtschaft-hohenlohekreis.de. Gerne berät Sie das Team der Service-Hotline persönlich an unserer Bürgertheke oder telefonisch unter 07940 18-555.

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Bildunterschrift 1: (v.l.n.r) Silvia Fritsch (AWH), Steffen Weippert (MR), Martin Kneisel (Referatsleiter Umweltministerium), Dr. Wolfgang Eißen (LRA), Sebastian Damm (AWH), Umweltstaatssekretär Dr. Andre Baumann, Landrat Dr. Matthias Neth und Michael Freiberg (AWH) bestaunen die mobile Schredderanlage für Reisig.

 

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Bildunterschrift 2: Bei einem Rundgang stellt Bereichsleiter Michael Freiberg die Vorzüge eines modernen Grüngutplatzes vor.